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Erste professionell gefertigte selbst designte PCBs

Ich habe mich entschlossen, mal einen professionellen PCB-Service auszuprobieren - einfach um zu wissen, wie das geht, welchen Aufwand das mit sich bringt und ob ich dazu überhaupt fähig bin :-)
Nach einer intensiveren Suche im Internet fand ich diverse Anbieter aus allen möglichen Ländern und hier und da die Betonung, dass deutsche Fertigung die bessere Qualität gegenüber chinesischer Fertigung habe und ja auch eigentlich gar nicht mehr soooo viel teurer wäre.
Nach meinen Recherchen ist das relativ optimistisch formuliert und so habe ich keinen deutschen Anbieter gefunden, der mir auch nur ein halbwegs ähnlich gutes Angebot machen konnte, wie ich beim PCB-Service der Wahl (smart-prototyping - ein tip von einem muffwiggler-forumsmitglied) dann fand: 10 PCBs mit 10x10cm Maximalgröße für 11,90 $ oder 9,90 $ für 10 Stück 5x5cm Maximalgröße. Bei deutschen Anbietern kostet quasi jeweils 1 PCB den Preis von dort 10 Stück.
Also habe ich meinen MIDI-Trigger Converter soweit gequetscht und geschoben, dass er in die 5 cm rein passte und den MIDI-CV Converter soweit angepasst, dass nun auch die LM324er Chips direkt auf dem PCB verwendet werden können und nicht über einen kruden Adapter angeschlossen werden müssen ;-) .
Diese Designs habe ich dann aus Eagle heraus in Gerber-Files umgewandelt (gar nicht so trivial, aber smart-prototyping bietet hier alle nötigen setting-files für CAD-Programme (cam-jobs und dru-file mit den Designrules) an), mit gerbv geprüft und anschließend dort hochgeladen und bestellt.
Die Fertigung hat wenige Tage gedauert und der Versand lief mit DHL auch eigentlich sehr schnell. Was ich allerdings nicht bedacht hatte war, dass die Zollgebühren nicht wie sonst bei ausländischen Bestellungen oft schon vom Versender übernommen werden, sondern die DHL wollte das bei mir an der Wohnungstür abwickeln. Soweit so gut - die 19% des Warenwertes (irgendwas um 6 € herum) sollten kein Problem darstellen. Im Moment waren wir bei etwa 20 € PCBs, 20 € Versand und erwarteten 6 € Zoll. Insgesamt also unter 50 € für 20 PCBs. Leider wollte der DHL-Bote dann an der Tür erstens das Geld in bar haben und zweitens plötzlich statt den erwarteten 6 € einfach mal nochmal etwa 20 €. Wie ich dann später an der Hotline herausfand liegt das daran, dass die DHL eine sog. Bereitstellungsgebühr für die Zahlungsdienstleistung erhebt von 2 % des Warenwertes, mindestens aber irgendwas um die 14 €. Tolle Wolle - Danke DHL! So viel hatte ich in dem Moment nicht zur Hand und so musste ich mit dem Boten ausmachen, dass er es mir am nächsten Tag nochmal zustellt. Tolles Gefühl, wenn man so sehnsüchtig auf die ersten eigenen PCBs wartet und sie dann schon quasi zum greifen nah sind und man aber noch einen Tag warten muss. Großartig war auch noch die Ausrede, warum man nicht elektronisch zahlen konnte: Die Lesegeräte seien einfach zu oft ausgefallen, kaputt oder hätten keinen Empfang, da hat man sie einfach abgeschafft und Barzahlung zur Pflicht erhoben. Prima!
Naja - nun sind die PCBs ja da und sahen alle wunderbar aus! Klar sind es Erstlingswerke und daher hier und da noch nicht ganz so schick, wie es ginge. Beispielsweise ist der Bestückungsdruck von den Positionen her von mir etwas schlampig gearbeitet worden und ein paar Kondensatoren auf dem MIDI-Trigger Converter haben einen viel zu großen Footprint, aber rein funktional sollte alles so wie es ist funktionieren.
Einen MIDI-Trigger Converter (habe ihn MIDI Proc genannt, da er je nach Firmware natürlich auch völlig andere Dinge machen könnte - bspw. ein Clock-Divider für MIDI-Clock zur Verfügung stellen) habe ich dann auch gleich zusammen gelötet und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden! Die PCBs lassen sich toll löten und einen Smoketest hat das ganze Modul auch schon überstanden.

20 PCBs MIDI-Trigger, MIDI-CV MIDI-Trigger Converter professionelles PCB MIDI-Trigger Converter professionelles PCB MIDI-Trigger Converter professionelles PCB MIDI-CV Converter professionelles PCB MIDI-CV Converter professionelles PCB
Erste selbst designte PCBs professionell hergestellt

Syncussion SY-1 Clone fertig gebaut

Das Projekt ist ein etwas kleineres - daher fühle ich mich auch nicht schlecht, es schon vor dem Minimoog-Clone und auch vor dem crOwBX fertig gestellt zu haben. :-)
An zwei Lötabenden - also insgesamt vielleicht 4 Stunden Arbeit - waren alle Teile verlötet. Vorher waren natürlich die Sendungen von Mouser nicht nur vollzählig, sondern auch sortiert. Die Zeit müsste man natürlich rauf rechnen. Dann noch die etwas aufwändigere Arbeit so viele Transistorpärchen zu matchen (ca. 30 Pärchen mussten hier gematcht werden). Das hat bestimmt auch noch zwei Abende in Anspruch genommen. Auch die Kalibrierung hat ihre halbe Stunde gedauert - für den Noise-Circuit musste die Lautstärke eingestellt, und für die insgesamt 4 VCOs die Grundfrequenzen und das Frequenztracking über 4 Oktaven für je zwei VCO-Pärchen eingestellt werden.
Alles in Allem war es dennoch eins der einfacheren Projekte, dabei aber gleichzeitig beim Zusammenbauen eins der befriedigendsten: So ein tolles Gehäuse mit so schönen Schrauben und einem so schönen Aufdruck und das alle Teile so perfekt in die entsprechenden Auslassungen passen - wunderbar. So toll war weder die x0xb0x (hier waren die vielen LEDs mit ihren Abständen zur Platine eine große Herausforderung), noch der TTSH (hier waren es vor allem die vielen 3,5 mm Klinkebuchsen, die am Ende doch mit etwas mehr Kraft und hin- und herruckeln letztlich doch alle "klack" machten.
Leider musste ich am Ende beim Testen feststellen, dass sich bewahrheitete, was ich beim zusammenschrauben schon befürchtet hatte: der Spannungsregler hat einen Hau weg bekommen und gibt nun statt 8 V 10 V aus - was zur Folge hat, dass grundsätzlich ein Ton auf beiden Kanälen zu hören ist. Wenn man nun den Synthesizer mit 9,5 V statt 12 V betreibt, funktioniert zwar alles irgendwie, aber ich werde mir dennoch einen Ersatz besorgen - jetzt hat die positive Seite der Spannung irgendwas um die 7 V statt 8 V und die negative ist bei 7,6 V.
Klingen tut das Teil auf jeden Fall schonmal großartig und ich ärgere mich fast, dass ich nicht gleich noch ein zweites mit gekauft hatte, wo ich damals schon dabei war. Aber die Kits sind jetzt doch nicht die günstigsten gewesen, was aber angesichts dieser Qualität sowohl der PCBs, als auch des Gehäuses und auch der Anleitung und BOM komplett nachvollziehbar ist - hier hat es jemand perfekt gemacht. Das war allerdings auch zu erwarten, bei dem großen Anklang, den der TTSH in der Synthesizer DIY Community gefunden hat.
Demnächst folgt also das entsprechende Video mit Soundbeispielen des fertigen Produktes - so kann man es wirklich schon nennen.

Syncussion SY-1 Interface Board Syncussion SY-1 Interface Board Detail Syncussion SY-1 Voice Board Syncussion SY-1 Voice Board Detail Syncussion SY-1 assembled Boards Syncussion SY-1 schräg Syncussion SY-1 Frontpanel
Syncussion SY-1 Clone finish

Transistor Matching

Transistormatching ist immer wieder ein Diskusionsthema in den diversen Synth DIY-Foren. Dabei gibt es von Ian Fritz eigentlich schon eine wunderbare Erklärung und Anleitung. Wichtig ist nach dieser also vor allem, dass man nicht nach dem hfe-Wert matcht, den man mit entsprechenden Aufsätzen auf ein Digitales Multimeter oder aber mit einigen sogar direkt messen kann, sondern dass die Verstärkungsdifferenz in Millivolt gemessen wird.
Dies kann mit dem von Ian Fritz entworfenem Schaltkreis wunderbar gemacht werden und wie auf den Fotos zu sehen ist, kann man diesen inklusive zweier Schalter auch ganz einfach und schnell auf einer Streifenrasterplatine aufbringen. Die beiden Schalter sind zum Umschalten zwischen einmal den Widerstandsanordnungen (diese sollten per Hand gematcht werden - 0,1% reichen hier nicht aus - das geht mit vernünftigen Multimetern genauer) und dann einmal für PNP- und einmal für NPN-Transistoren.
Für das eigentliche Matching habe ich folgendes Vorgehen: ein Transistor bleibt als Master-Transistor während des gesamten Messvorganges einer Charge von Transistoren immer im Socket eingespannt. Die weiteren Transistoren werden nun gegen immer denselben Transistor gematcht. Dabei ist darauf zu achten, dass Transistoren sehr temperaturempfindlich sind, wenn man die Differenz im Millivolt-Bereich misst. Insofern müssen neu eingesteckte Transistoren immer eine gute Weile (3-5 Minuten, oder länger - je nachdem, wie lange sich der Wert auf dem Multimeter noch ändert) drin bleiben, bevor man die Differenz auf einem Stück Papier notiert, an das man dann den Transistor an der Stelle ansteckt.
Hat man die ganze Charge duch, kann man nun sämtliche Transistoren mit paarweise gleichen oder möglichst minimalen Abständen zueinander als Paare nutzen.
Was sich bei dieser Messung auch zeigt ist, dass das allgmeine Urteil "heutzutage sind Transistoren, die nebeneinander auf der Rolle sind schon perfekt gematcht" auch nicht ganz hinkommt. Irgendwo geistert da die Zahl von 2 mV herum - dann wären laut Herrn Dr. Moog Transistoren gut genug gematcht. Schon bei meinen nur ~40 Transistoren gehen diese zwischen -2,4 und +1,3mV auseinander, was fast schon 4mV sind.
Wenn ich mir nun schon die Mühe schon mache, alle per Hand zu matchen, nehme ich dann natürlich auch diejenigen, die auch beim zehntel Millivolt noch denselben Wert liefern. Und wie es aussieht - die kamen wirklich alle von einer Rolle - werde ich auch zukünftig weiter per Hand matchen, wenn es um meine DIY Basteleien geht. So viel Luxus will dann doch schon sein.

Transistor Matching Transistor Matching Transistor Matching
Transistor Matching nach Ian Fritz

Potentiometer mit Rasterung

Eine nicht allzu gute Idee ist es, bei einem Alpha Potentiometer zu versuchen, die Rasterung entfernen zu wollen.
Ich habe mir zwei anti-logarithmische Potentiometer zu 100k bestellt und da es nicht anders ging (das waren die günstigsten) gleich dual-Gang Potentiometer ausgesucht. Das wäre alles nicht so schlimm, aber als sie ankamen, musste ich leider feststellen, dass sie beide gerastert waren - mit 40 Steps konnte man hier den Wert einstellen - sämtliche Zwischenwerte rasteten über kurz oder lang auf einen der beiden Rasterpunkte ein. Das ist natürlich nicht so schön, vor allem dann nicht wenn man bedenkt, dass sich schon leute Aufregen, bei MIDI die Rasterung mit immerhin 127 Schritten deutlich zu hören - wie das mit 40 Schritten klingt, wollte ich mir nichtmal erst überhaupt noch anhören.
Also beschloss ich, mal ein solches Potentiometer zu öffnen und zu gucken, ob ich durch einfaches Herausbrechen oder umbiegen eines Teils den gewünschten Erfolg haben würde.
Leider sind jedoch die Alpha Potentiometer überhaupt nicht darauf ausgelegt, geöffnet zu werden und gerade die Rasterung befindet sich an der absolut unzugänglichsten Stelle überhaupt: direkt unter dem Schaft ist in der Halterung selbigens eine Zahnradstruktur eingelassen und darüber schleift bei der Bewegung des Schaftes ein Metallteil. Dieses kann man nun zwar wegbiegen, hat das restliche Potentiometer aber zu diesem Zeitpunkt bereits derart zerstört, dass man es nicht mehr zusammen gebaut bekommt. Aus in ein anderes Potentiometer bekomme ich nun den eigentlich noch intakten Schleifwiderstand nicht eingebaut, da dieser in den normalen (nicht Dual-Gang) Potentiometern per Plastikknauf fest mit dem Schaft verbunden und so an diesen fixiert ist. Blöde Bauweise.
Immerhin weiß ich nun, wie man ggf. mal ein solches Potentiometer gründlich reinigen kann - wieder zusammenbauen kann man es nämlich, wenn man nur die Verschlussklappe entfernt und nichts weiter macht.

Das geöffnete und auseinander gebaute Potentiometer neben seinen intakten Kollegen
Das geöffnete und auseinander gebaute Potentiometer neben seinen intakten Kollegen

MIDI-CV Konverter LM2901 zu LM324 Adapter, Programmierung via Arduino und Kalibrierung abgeschlossen

Die nicht allzu schöne Lötarbeit wird nun komplettiert durch eine ganz besondere Art der Sockelung von ICs - ein Adaptersocket mit fliegenden Kabeln.
So sieht die Platine auch gleich viel spannender aus.
Parallel habe ich noch ein rudimentäres Kalibrierungsprogramm geschrieben, welches einfach die komplette Reihe von Oktavspannungen durch geht. Sinn war es, zu prüfen und einzustellen möglichst genau 1.00 V, 2.00 V, ... 10.00 V abzubilden. Nun ist das ziemlich gut gelungen (weicht um maximal 0.01 V nach oben oder unten ab - genauer kann ich mit meinem Voltcraft VC850 Multimeter irgendwie nicht messen: eine halbe Drehung hin und her bringt in etwa 0.005 V Unterschied in der wieder erreichten Ausgansposition. Muss es noch genauer werden, werde ich wohl lieber die Konstanten im Quelltext für die Oktaven anpassen. Die habe ich extra als Konstanten gewählt, damit ich genau solche Anpassungen noch vornehmen kann und nicht einfach den Maximalbereich durch die Anzahl an abzubildenden Noten geteilt multipliziert mit der aktuell gewählten Note als Ausgabewert nehme.
Um nicht ständig ein Breadboard herumzutragen und weil ich nicht so schlau war, einen Programmingport in meinen PCB zu integrieren, war ich nun immerhin so schlau zu überlegen, dass ja eigentlich ein Arduino was Programming und die 16 MHz anbelangt genauso beschalten ist, wie mein Atmega8 - somit war die Idee, einfach den Atmega8 in den Arduino zu stecken und den dann über die ISP Schnittstelle vom Arduino mit meinem USBtinyISP zu programmieren. Das hat hervorragend funktioniert und so werde ich mir das für zukünftige Atmega8 Projekte wohl merken - dann brauch' ich nichtmal den extra Platz auf meiner Platine für einen ISP Port zu verschwenden.
Da die Kalibrierung nun soweit abgeschlossen ist und ich davon ausgehe, dass die restliche Schaltung funktioniert wie auf dem Breadboard (mutig - mal gucken, ob sich das aus- oder heimzahlt), sollte ich als nächstes mal das Gehäuse präparieren mit den notwendigen Schaltern und Drehreglern und natürlich ganz wichtig den eigentlichen Ausgängen für die Control Voltages, die dann verbunden werden müssen.

Die nicht schöne, aber funktionierende Lösung mit LM324 statt LM2901 Atmega8 Flashen mit Arduino und USBtinyISP Programmer
MIDI-CV Konverter LM324 zu LM2901 Adapter und Programmierung via Arduino und USBtinyISP

MIDI-CV Konverter LM2901 vs LM324

Immer mal zeigen sich doch wieder Unzulänglichkeiten, wenn man etwas macht, was man nicht studiert hat: Ein Komparator war in meinen elektrotechnisch naiven Augen zwar schon auch ein besonderer OpAmp, aber eben doch immernoch ein OpAmp. Ich hatte gedacht, als ich den LM2901 ausgesucht habe, dass das halt ein OpAmp wäre, der besonders gut auch 0 V abbilden könnte - eine Eigenschaft, die andere OpAmps offenbar nicht haben. Also habe ich mir ein paar davon gekauft und ohne sie groß auf dem Breadboard auszuprobieren (hier habe ich ja noch mit murata-Chips zur doppelten Spannungsversorgung experimentiert und daher die einfachen TL074-Chips genutzt) schon in das PCB-Design übernommen: „wird schon passen“.
Nun habe ich ein kleines Testprogramm für meine Testplatine geschrieben und das auf den Atmega8 geflasht, den auf die Platine gesteckt und mich zunächst sehr gefreut, dass der DAC offenbar funktioniert und auch keine Lötbrücken mehr vorhanden schein, allerdings funktionierte das mit dem verdoppeln der Eingangsspannung einfach überhaupt nicht - der Output klebte bei 0 V, obwohl der Eingang meinem Testprogramm sehr gut folgend von 0 bis 5  herauf rampte.
Also habe ich mich näher zu meinem LM2901 erkundet und mal genauer gebohrt, was denn nun der konkrete Unterschied zwischen OpAmp und Comparator ist. Es stell sich heraus, dass ein Comparator üblicherweise ohne Feedback betrieben wird und noch viel mehr, als ein OpAmp dazu da ist, das Extrem der Unterschiede zu verstärken. So erklärte sich auch sehr gut, was mein Komparator machte: er bekam beim einen Input 0 , beim anderen wachsende Spannungen, die aber nie niedriger als 0 V waren - somit ergab der Vergleich immer 0 V - und wurde auch gleich wieder in den Eingang geschoben.
Daher habe ich mich umgesehen, welche anderen üblichen Chips man denn für einfache Spannungsversorgungen wählt, die auch 0 V abbilden können. Es stellte sich heraus, dass der LM324 bzw. LM2902 genau das tut und eben nur nach oben nicht ganz die Versorgungsspannung erreicht, sondern ~1,5 V weniger. Das stört mich aber überhaupt nicht - aus 5 V sollen 10 V werden und 12 V reichen somit vollkommen aus.
Glücklicherweise habe ich auch noch einen LM324 in der Kiste gefunden und konnte gleich testen - funktioniert, wie er soll. Auch der restliche Schaltplan um den OpAmp funktioniert, wie er soll: die Verstärkung ist sehr exakt über den Multiturntrimmer regelbar. Was nun sehr ärgerlich ist: Das Pinout von den beiden Chips LM324 und LM2901 ist komplett unterschiedlich - somit kann ich nun entweder die komplett bestückte Platine in die Tonne treten und neu machen (inklusive vorherigem Redesign dieses Parts der Platine), oder aber eine hässliche Lösung mit vielen fliegenden Kabeln finden :-( . Darauf wird es wohl erstmal hinaus laufen, da die Erstellung der Platine schon doch etwas anstrengender war, als beispielsweise die Yusynth-Module, die ich bislang geätzt habe.
P.S.: Ich bin mir der nicht geraden schönen Lötarbeit durchaus bewusst - es war leider in der sommerlichen Zeit in den letzten Wochen doch etwas luftfeucht und daher wirkt das Kupfer hier und da etwas angegriffen und ließ sich nicht einwandfrei an allen Stelle löten. Nunja - solange die Verbindungen in Ordnung sind, soll es fürs erste reichen.

Die funktionierende temporäre Lösung mit LM324 statt LM2901 Closeup der funktionierenden temporären Lösung mit LM324 statt LM2901 bestückter MIDI CV Converter bestückter MIDI CV Converter Rückseite SOIC-16 DAC Chip LM324 vs. LM2901
MIDI-CV Konverter PCB mit Fehler LM2901 statt LM324

Android App für Akkordfolgen

Immer mal wieder sitze ich irgendwo und habe ein paar Minuten Zeit, die ich eigentlich viel lieber am Stück und vor einem interessanten Projekt hätte. Die paar Minuten sind zu kurz für irgendwas ausführliches und zu lang, als dass ich mir nicht Gedanken machen würde, was ich jetzt alles gern tun würde.
Unter anderem würde ich diese Zeit immer wieder gern nutzen, ein paar Töne zu „komponieren“, die ich dann später in einer DAW weiter verwenden kann. Natürlich gibt es Software, um unterwegs Musik zu machen. Ich würde allerdings eigentlich ungern wirklich Musik unterwegs machen - dafür ist mir der Desktop einfach zu sehr überlegen und eigentlich arbeite ich ja doch viel lieber an echten Synthesizern. Was ich aber gern machen würde, wäre harmonische Abfolgen von Akkorden zusammenstellen - kurze Ideen generieren, die dann ausgearbeitet werden können, oder eben nicht. Dafür gibt es - soweit ich das gesehen habe - keine ordentlichen Anwendungen.
Also habe ich mich mal dran gemacht, eine kleine Synthesizer-Engine in C++ geschrieben - meine erste und sicher ist sie nicht allzu performant, dafür aber polyphon und mit resonantem 4-poligem Filter und Hüllkurven und allem, was man so braucht, um typische EDM Akkord-Folgen provisorisch zum Klingen bringen zu können.
Da ich mir neulich ein Amazon Kindle Fire gekauft habe (sind sehr billig) um dort mit TouchOSC die wichtigsten Regler für das live Arrangieren eines Tracks on the fly drauf zu bringen und direkt vor mir zu haben, war auch gleich das Gerät der Wahl da: ein Android Device. Somit musste die Synthesizer Engine an ein Android-Java-Programm angebunden werden und eine Eingabefläche für Noten geschaffen werden.
Das habe ich in Form zunächst eines sehr einfachen Piano-Roll-Editors mit ein paar schönen Funktionen (bspw. verdoppeln des bisherigen Loops statt einfach nur ein „hinzufügen einer neuen leeren Bar“) realisiert. Der Plan wäre nun, wenn ich mich in Kirchentonarten und den Aufbau von Akkorden in diesen reingearbeitet habe (ich habe das Gefühl, dass es gar nicht so schwer ist, wie ich befürchte... aber momentan verstehe ich es noch nicht ganz), ein Raster von Buttons zu erzeugen, die man für jeweilige Akkorde bzw. deren Variationen anwählen kann und gleichzeitig einen Rhytmus vorgeben kann, in dem die dann gespielt werden. Das ganze dann so, dass man es in den Pianoroll überführen, ggf. anpassen und anschließend als MIDI-Datei exportieren kann.
Diesen Export als MIDI-Datei habe ich dann auch schonmal gebastelt und er funktioniert zumindest für meinen speziellen Fall mit 16tel Noten als festes Raster schonmal sehr gut und die resultierenden MIDI-Dateien können in Ableton importiert werden.
Das Offsett der Tastatur muss noch angepasst werden bzw. sollte die Tastatur scrollbar gemacht werden - mometan habe ich für die Tonerzeugung einfach fest 3 Oktaven rauf addiert, aber beim Export wird alles in den tiefsten Oktaven exportiert.

Android Pianoroll Android rudimentärer Synthesizer Sequenz in Ableton
Android App für Akkordfolgen

SDS V Clone Video

Und nun war endlich mal wieder ein bisschen Spielzeit.
Habe sämtliche Stimmen verkabelt und das MIDI-Modul macht auch, was es soll - somit konnte ich nun auch ein Video machen und zusammen schneiden.
Ist ein bisschen cheesy geworden - mit zooms und bewegungen über Fotos und so, aber es geht noch. Die Effekthascherei ist noch nicht komplett im Vordergrund und beschränkt sich eher auf die erste Minute.

SDS V Clone alles verkabelt, getestet und eingebaut - fast fertig

Die verbliebenen 5 Stimmen waren ein guter Marathon und haben mich einige Abende beschäftigt. Schlussendlich hat aber glücklicherweise auch hier jede Stimme auf Anhieb funktioniert (lediglich die Noise-Quelle musste jeweils kalibriert werden, sodass sie schön rauscht).
Man sieht dem fertig zusammen gebauten Teil schon sehr stark an, dass es selbst gebaut ist - aber eben nur von hinten. Von vorn ist es doch ein professionell hergestelltes Panel und sieht obgleich auf dem Foto etwas unscharf in der Realität doch sehr wertig aus. Auch das Gewicht (obgleich man auch dieses im Rack natürlich nicht mitbekommt) hat was für sich - die vielen Kabel und bestückten Platinen, sowie die Drehknöpfe bringen doch schon ein paar Gramm auf die Waage. Mit dem Einzelausgang pro Stimme bin ich noch nicht so zufrieden (hätte gern noch eine Summe), aber ich habe mich kurz zu Mixern belesen und gelernt, dass das sooo einfach nun auch wieder nicht ist wie "einfach alle Kabel zusammenknoten und an einen gemeinsamen Klinkenausgang ranlöten. Da gibt es doch ein bisschen was zu beachten. Darüber hinaus bereue ich inzwischen doch auch ein wenig, dass ich imzuge des Mixers, den ich ja schon früher überlegt, dann aber wieder verworfen habe, nicht auch gleich ein paar Balance-Regler integriert habe. So bin ich nun gleich auf der Suche nach einem Rack-Mixer für mind. 6 Kanäle, der das alles wieder kann ;-). Naja - so hat es halt alles kein Ende. Jetzt fehlt zur Fertigstellung dieses Moduls eigentlich nur noch ein ordentliches Video. Diesmal werde ich vermutlich auch - weil der Bau doch recht aufwändig und so ja doch nicht ursprünglich gedacht war (ist ja eigentlich als klassisches Eurorack-Modul gedacht gewesen) mit den cheesy Foto-Slideshows, die andere Videos so am Anfang haben. Mal gucken, wie das wird.
Beim MIDI-Interface ist mir gleich auch noch aufgefallen, dass ich irgendwie immer zuerst das MIDI-Interface angeschlossen haben muss, bevor ich das Gerät einschalte. Der Pullup-Widerstand für den 6N136 Optokoppler ist wohl nicht ganz richtig im Wert. Das werde ich wohl noch bei Gelegenheit fixen müssen.

SDS V Clone Verkabelung final SDS V Clone Audio und MIDI Verkabelung SDS V Clone 5 von 6 Stimmen im Stapel SDS V Clone Netzteil, Audio, MIDI, Trigger-PCB und letzte Stimme SDS V Clone Verkabelung Seitenansicht SDS V Clone im Rack
SDS V Clone finale Verkabelung und Einbau im Rack

SDS V Clone erste Stimme verkabelt

Das Frontpanel war nun schon vollständig beklebt und eine Frage war nun noch, wie der LFO-Speed-Mod angebracht wird. Die Anleitung war da recht unspezifisch und meinte "~150 kOhm", ohne genau zu erklären, ob und wenn wo die angebracht werden müssten. Also habe ich mich erinnert, dass jemand im Muffwiggler Forum einen online elektronik-Simulator empfohlen hatte, den ich nach kurzem Suchen auch wieder fand und dort den LFO-Part der Schaltung dort aufgebaut und simuliert und herum probiert, wo da ein Widerstand rein kommt, damit die Frequenz editierbar wird. Herausgekommen ist dabei dieser Schaltkreis mit dem zusätzlichen Potentiometer unten links.
Die 150 kOhm wären zwar sehr gut, die bekommt man leider von Alpha nirgendwo günstig zu kaufen (geschweigedenn auch noch logarithmisch ausgeführt) und ich habe noch ein paar 100 kOhm logarithmische Potis da. Daher habe ich geguckt und vermutet, dass wenn ich am Kondensator beim ersten Op-Amp den Wert ändere, ich genauso gut die Frequenz beeinflussen kann. Siehe da: wenn der etwas niedriger gewählt wird (820 pF statt 1 nF), bekommt man auch mit 100 kOhm von etwa 20 Hz bis etwa250 Hz alles ordentlich hin.
Somit blieb nun wirklich nur noch das anbringen der Voice-Cards am Frontpanel. Das ist immer eine zeitraubende Aufgabe, weil sämtliche Litzen auf individuelle Längen geschnitten werden müssen. Bei diesem Projekt kam noch erschwerend hinzu, dass das Platinenlayout offenbar mit Eagle CAD gebaut wurde und daher nur 8x10 cm groß sein durfte: Deswegen sind die Aus-/Eingänge für die Kabel über das gesamte Board verteilt, statt an einer gemeinsamen Stelle als n-Pin-Header. Das macht es auch unmöglich, die Sache schön steckbar zu machen, sodass ich wenn einmal verlötet definitiv nicht "einfach eine Stimme austauschen" kann. Aber das will ich ja auch gar nicht müssen :-) .
Daher habe ich erstmal auch nur eine Stimme geschafft und dabei natürlich eine noch ungebrauchte Stimme genommen - sodass also noch nichtmal klar war, ob alles ordentlich funktionieren würde. Glücklicherweise hat es das dann aber ohne größere Probleme (Noise musste noch eingestellt werden und irgendwie hatte ich am Anfang eine kalte Lötstelle ausgerechnet am Netzeingang vom gesamten Gerät) und ich bin nun glücklicher Besitzer eines einstimmigen Drum-Synthesizers... der dann auf 6 Stimmen anwachsen soll. Den Trigger-Knopf habe ich extra nicht debounced (würde man üblicherweise machen, damit man definierte Trigger-Signale bekommt), da ich davon ausgehe, dass wenn ich wirklich damit was aufnehme, ich es per MIDI machen werde und wenn ich davor sitze, ist es vielleicht sogar ganz hilfreich: so kann man manuell quasi trigger-Sequencen erzeugen indem man einfach unsauber drückt. Die sind dann zwar nicht reproduzierbar, aber das macht ja vielleicht auch einen Reiz aus. Auf also zu den verbleibenden 5 Stimmen...

SDS V Clone Frontpanel mit Knöpfen von vorn SDS V Clone Frontpanel von hinten mit erster Stimme SDS V Clone Frontpanel Detail der Verkabelung
SDS V Clone erste Stimme funktioniert

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